Ehrenvorstände

Ehrenvorsitzende

Die Geschichte des Bodensee-Kochvereins ist eng mit Persönlichkeiten verbunden, die den Verein über viele Jahre mit Engagement, fachlicher Kompetenz und Herzblut geprägt haben. Unsere Ehrenvorsitzenden stehen exemplarisch für Verantwortung, Kollegialität und die Verbundenheit mit dem Kochberuf.

Mit ihrem langjährigen Einsatz für den Verein, die Ausbildung des Nachwuchses und den Berufsstand der Köchinnen und Köche haben sie bleibende Spuren hinterlassen. Ihnen gilt unser besonderer Dank und unsere große Wertschätzung.


Franz Reischmann †

geb. 29.04.1922 in Überlingen/Bodensee – †2006
Küchenmeister, diätetisch geschulter Koch und Küchenchef a. D.

Foto: Rolf Ditting

Franz Reischmann begann seine ehrenamtliche Tätigkeit im Bodensee Kochverein von 1964 bis 1966 als Schriftführer. In den Jahren 1966 bis 1985 leitete er den Verein als 1. Vorsitzender – mit einer kurzen gesundheitlich bedingten Unterbrechung – insgesamt fast zwanzig Jahre lang und damit länger als jeder andere Vorsitzende in der Geschichte des Vereins.

Beim Konstanzer Weinfest waren seine badischen Spezialitäten legendär und gehörten zu den großen Publikumsmagneten. Auch beruflich war Franz Reischmann außerordentlich erfolgreich: Goldmedaillen und zahlreiche große Preise bei Kochkunstausstellungen zeugen von seinem Können und seiner Leidenschaft für den Beruf.

Über zwei Jahrzehnte hinweg engagierte er sich zudem in den Prüfungskommissionen der IHK Konstanz und Villingen-Schwenningen, in beiden Kammern auch als Vorsitzender.

Für seine großen Verdienste um den Bodensee Kochverein und den Berufsstand der Köche wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt und mit der Großen Verdienstmedaille des Vereins ausgezeichnet. 1985 verlieh ihm der Verband der Köche Deutschlands in Frankfurt die Goldene Verdienstmedaille.

Eine ganz besondere Würdigung erhielt Franz Reischmann am 30. Mai 1989: Als einer der wenigen Küchenchefs wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Die Auszeichnung überreichte der damalige Oberbürgermeister Dr. Horst Eickmeyer dem langjährigen Küchenleiter der Krankenanstalten Konstanz.

Der Bodensee Kochverein ist stolz darauf, dass die Leistungen von Franz Reischmann auf diese Weise eine so hohe Anerkennung erfahren haben.


Herbert Reiner †

geb. 22.04.1939 in Triberg/Schwarzwald
Küchenmeister, diätetisch geschulter Koch und Küchenchef a. D.

Foto: Rolf Ditting

Nach vielen Jahren der Selbstständigkeit in Schonach kam Herbert Reiner 1983 nach Konstanz, um dort die Position des Küchenchefs im damaligen Parkwohnstift Rosenau zu übernehmen.

1984 trat er dem Bodensee Kochverein bei und wurde bereits ein Jahr später, 1985, zum 1. Vorsitzenden gewählt. In seiner zehnjährigen Amtszeit prägte er den Verein nachhaltig. Besonders der Köcheball, der im Gebiet des Verbandes der Köche Deutschlands hohe Anerkennung genießt, entwickelte sich unter seiner Leitung zu einer erfolgreichen und beliebten Veranstaltung.

1994 rief Herbert Reiner zudem den Jugendwettbewerb um den „Franz-Reischmann-Pokal“ ins Leben und setzte damit ein wichtiges Zeichen für die Förderung des Nachwuchses.

Ein organisatorischer Höhepunkt seiner Amtszeit war 1990 die Ausrichtung des ersten gesamtdeutschen Laurentiustages mit rund 800 teilnehmenden Köchinnen und Köchen.

Für sein Engagement erhielt Herbert Reiner zahlreiche Auszeichnungen: 1991 ehrte ihn der Verband der Köche Deutschlands mit der Goldenen Verdienstnadel. 1995 erhielt er die Goldmedaille des VKD, im selben Jahr verlieh ihm der Bodensee Kochverein die Große Verdienstmedaille und ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden.

Auch in der Ausbildung engagierte er sich intensiv: Über zwanzig Jahre war er Mitglied der Prüfungsausschüsse in Konstanz und Villingen-Schwenningen, davon zehn Jahre als Vorsitzender.

1992 wurde Herbert Reiner zudem zum Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Köche Baden-Württembergs gewählt, eine Aufgabe, die er ebenfalls zehn Jahre lang mit großem Engagement ausübte.

Selbst im Ruhestand blieb Herbert Reiner aktiv. Unter anderem wirkte er maßgeblich an der Entwicklung der neuen Satzung des VKD mit, die bei der 16. Generalversammlung in Gelsenkirchen mit überwältigender Mehrheit verabschiedet wurde.


Axel Rühmann †

geb. 9. Oktober 1950 in Ölsburg/Peine
Küchenmeister, Fachlehrer und Hotelbetriebswirt

Foto: Rolf Ditting

Axel Rühmann war zehn Jahre lang 1. Vorsitzender des Bodensee Kochvereins bis April 2007 und wurde später zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1989 kam er aus Hannover an den Bodensee und übernahm gemeinsam mit seiner Frau Mary das Strandhotel Löchnerhaus auf der Insel Reichenau. Zu dieser Zeit gehörte er außerdem der deutschen Köche-Nationalmannschaft an (1986–1992).

Auf internationalen Kochkunstausstellungen errang Axel Rühmann große Erfolge – unter anderem in den USA, Luxemburg, Singapur und Frankfurt. Höhepunkt seiner Wettbewerbskarriere war der Weltmeistertitel 1988 bei der Olympiade der Köche.

Seit 1992 ist er weltweit als Juror bei nationalen und internationalen Wettbewerben im Einsatz – von Glasgow über Moskau, Dubai und Budapest bis zur Food Asia in Singapur.

Auch der Bodensee Kochverein profitierte stark von seinem Engagement: Zwischen 2002 und 2006 stellte der Verein ein besonders erfolgreiches Ausstellerteam, darunter Manfred Hölzl, Gerhard Heym, Holger Boos, Heidi Müller, Joachim Karsten und Wild jun. Die Mannschaft errang zahlreiche Erfolge auf Messen und Wettbewerben, darunter auf der Intergastra Stuttgart, der Expo-Gast Luxemburg sowie der IKA in Erfurt, und brachte eine beeindruckende Zahl an Medaillen nach Konstanz.

Wenn Axel Rühmann nicht am Herd stand, widmete er sich gerne der Jagd und genoss die Ruhe der Natur. Gleichzeitig blieb er dem Verein stets eng verbunden.

Am 10. September 2009 wurde er in Travemünde mit großer Mehrheit für vier Jahre zum Präsidenten des Verbandes der Köche Deutschlands (VKD) gewählt.

Mit der Übergabe des Strandhotels Löchnerhaus an seinen Neffen Martin Baumgärtel kehrte Axel Rühmann schließlich in seinen früheren Wohnort Peine zurück. Dem Bodensee, dem Strandhotel und dem Bodensee Kochverein blieb er jedoch weiterhin eng verbunden.